Food, Konsum, Zero Waste

Achtsam Schenken: Zeit für deine Liebsten & dich

Weihnachten rückt mit großen Schritten näher. Wisst ihr schon, was ihr euren Liebsten schenken wollt? Habt ihr schon alle Geschenke beisammen? Ich kann weder die erste, noch die zweite Frage heute schon mit „Ja“ beantworten. Was ich jedoch weiß ist, dass meine Geschenke von Herzen kommen und einen besonderen Wert haben sollen. Mit Wert meine ich dabei nicht Geld. Sie sollen ideell wertvoll oder besonders nützlich für den Beschenkten sein. Ich will keinen Blödsinn schenken, der in der Ecke landet und einstaubt, nur damit ich am Ende irgendetwas geschenkt habe. Denn der Sinn des Schenkens besteht doch darin, jemandem eine (nachhaltige) Freude zu bereiten.

A gift is worth just as much as the love with which it was chosen (Thyde Monnier)

Und wenn wir mal ehrlich sind: Eigentlich haben wir doch schon alles, was wir wirklich brauchen. Deshalb ist es heutzutage auch so schwierig ein Geschenk zu finden, das wirklich Sinn macht. Zuerst musst du dir also selber Zeit nehmen, um dir dazu Gedanken zu machen. Zwischen Tür und Angel, überstürzt mal eben schnell etwas besorgen geht nur selten gut.

Wen beschenken?

Vor dem „WAS?“, kommt jedoch das „WER?“. Wem möchte ich mit einer kleinen Aufmerksamkeit Danke sagen? Familie, Freunde, Kollegen, Nachbarn? Dafür schreibe ich mir – wie der Nikolaus – jedes Jahr eine Liste mit all den Namen derer auf, denen ich eine Freude bereiten möchte. Vielleicht gehören dort auch Menschen drauf, die mir nicht sofort in den Sinn kommen. Zum Beispiel die Nachbarn, die immer meine Pakete annehmen.

Hier sollte man sich aber auch die Frage stellen, wen man NICHT beschenken möchte. Schenken aus bloßem Pflichtbewusstsein, ist am Ende wenig wert. Im schlimmsten Fall dankt es dir der Beschenkte herzlich wenig und du hast zusätzlichen Stress. Namen von der Geschenke-List streichen, kann also sehr befreiend sein. Eine liebe Karte reicht dann oftmals.

Gut, die Frage nach dem „WER?“ ist relativ schnell geklärt. Kommen wir zum schwierigen Teil, dem „WAS?“:

Zeit schenken

Mein absoluter Favorit unter den Geschenken: gemeinsame Zeit. Denn das ist es doch letztendlich, was Weihnachten ausmacht: Schöne Stunden zusammen mit Familie und Freunden verbringen – all I want for Christmas is you! Warum nicht auch in diesem Sinne die Geschenke auswählen? Gemeinsame Erlebnisse und unvergessliche Momente können so aussehen:

  • Ein gemeinsamer Ausflug: Ich wette es gibt einige Städte aus eurer Umgebung, durch die ihr bisher nur durchgefahren seid. Wie wäre es mit einer Stadt-Erkundung von Münster, Aachen, Essen oder Bonn? Warum in die Ferne schweifen…Auch im Bergischen und der Eifel, kann man super wandern oder Radfahren. Mountainbike-Trip inklusive Picknick gefällig?
  • Ein Erlebnis: Hier in Leverkusen gibt es ein überraschend vielfältiges Kulturangebot, egal ob Konzerte, Tanzveranstaltungen, Kino- oder Comedyabende. Ich stöbere gerne durch den Terminkalender von Scala und Kulturstadt Leverkusen, um mich inspirieren zu lassen. Köln und Düsseldorf sind im Zweifel auch nicht weit weg: Wie wäre es mit einem Escape-Room? Oder ganz bodenständig und zuhause: Ein gemeinsamer Koch- oder Spieleabend.

Wenn ihr am Abend der Bescherung dann auch direkt einen Termin ausmacht, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Und zusätzlich toll: Irgendwie beschenkt ihr euch damit ja auch selbst.

Do it yourself – Selbst gemachtes schenken

Zeit investiere ich auch, indem ich etwas selber mache: egal ob Stricken & Häkeln, Hämmern & Klöppeln, Backen & Kochen. Das Endergebnis hat immer einen besonderen Wert, denn du hast dir Gedanken gemacht, dir Zeit genommen und dir Mühe gegeben. Ein paar kleine Anregungen gebe ich dir gerne mit auf den Weg, aber Achtung: SPOILER-ALARM!

  • Nähen, Stricken & Häkeln: Der Klassiker unter dem Selbstgemachten, egal ob Schal, Mütze, Pulli oder Socken. Ich habe dieses Jahr die Häkelnadel geschwungen und Kosmetik-Pads gezaubert – als wiederverwendbare Alternative zu Wattepads. Die sehen nicht nur hübsch im Bad aus, sie sparen auch Ressourcen ein. Die Anleitung habe ich hierher.
  • Basteln & Schreiben: Eine besondere Weihnachtskarte selber basteln und sich liebe Worte überlegen ist oft schon ausreichend, um Wertschätzung auszudrücken. Oder wie wäre es mit einem ganz persönlichen (Liebes-)Brief?
  • Hämmern & Klöppeln: Seien es Schlüsselbrett, Garderobe, Dekoelemente oder ganze Möbelstücke – mit ein bisschen handwerklichem Geschick und Papas Hilfe lassen sich tolle DIY-Geschenke zusammenschrauben.
  • Backen & Kochen: Plätzchen, gebrannte Mandeln, Likör, Marmelade, Chutney, Eingelegtes. Über solche Leckereien freut sich wirklich JEDER!

Wenn der Beschenkte das nicht wertschätzt, ist er oder sie es vielleicht auch gar nicht wert. Dann kannst du ihn oder sie von deiner Liste streichen (siehe Punkt oben).

Müll vermeiden

Achtsames Schenken heißt für mich auch Müll & Plastik vermeiden: Natürliche Materialien statt Plastik – vor allem bei Kinderspielzeug. Ein Buch muss nicht noch zusätzlich in Plastik verpackt sein. Und: Wenn ich es in der Stadt kaufen kann, bevorzuge ich den direkten Weg, statt den Online-Handel.

Andersherum können die Geschenke aber auch Dinge sein, die im Alltag dabei helfen auf Müll zu verzichten, wie zum Beispiel meine selbstgehäkelten Kosmetik-Pads. Kennst du schon die schönen Glas-Trinkflaschen von Soulbottle? So eine habe ich vor zwei Jahren selbst geschenkt bekommen und mich sehr über das Schmuckstück gefreut.

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Ein weiteres Thema in diesem Zusammenhang ist das Geschenke-Verpacken. Geschenkpapier – so schön, aber so kurzlebig. Nutzt doch stattdessen Stoffrest oder Verpackungen, die sowieso anfallen und verziert diese.

Es gibt unendliche viele Möglichkeiten und wenn ihr es bis hierhin geschafft habt zu lesen, merkt ihr vielleicht, dass ich noch viel mehr dazu schreiben könnte. Zum Thema plastikfrei Schenken & Verpacken werde ich daher bald noch einen separaten Beitrag schreiben. Bis dahin wünsche ich euch viel Spaß beim achtsamen Geschenke überlegen und selber machen.

Bildnachweis Titelbild: pixabay (rawpixel)

2 Gedanken zu „Achtsam Schenken: Zeit für deine Liebsten & dich“

  1. Ich möchte in meinen kurzem Kommentar noch ein anderen Punkt ansprechen, den ich aber für wichtig finde. Ich finde es nie gut gelungen, wenn an Weihnachten oder Silvester Grüße immer mehr nur „pauschal“ versendet werden. Man bekommt ein lustiges Bildchen auf Whatsapp oder findet es woanders im Netz. Dieses sendet man dann an alle. Ohne weiteren persönlichen Gruß. Man kopiert quasi sein Telefonbuch und hat den Gruß in sekundenschnelle an alle versandt.

    Ich bin in den letzten Jahren dazu übergegangen persönliche Grüße zu senden. Das gelinkt natürlich bei manchen Leuten besser, als bei Leuten zu denen man kaum Kontakt hat. Aber auch hier kann man eine persönliche Anrede nutzen.

    Ich nutze auch gerne Postkarten. Diese sende ich nur sehr begrenzt, aber damit erreicht man auch einen persönlichen Gruß. Hier kann man natürlich kreativ werden und die Karten individuell gestalten.

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  2. Ich hatte mir letzten Jahr schon Gedanken darüber gemacht, selbstgemachte Sachen zu verschenken, aber dann ist mir die Zeit weggelaufen. Für dieses Jahr habe ich mir jetzt die eine oder andere Anregung abgespeichert und schau mal, was ich am Wochenende noch schaffe.

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